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Sachverständige kritisieren ADAC-Gutachten

Streit um ADAC-Boot-Check

Segelyacht am Kran: Ein Sachverständiger prüft ein Boot auf Herz auf Nieren. Dazu gehört auch die Feuchtmessung des Gelcoats am UNterwasserschiff und an Deck - by Yachtfernsehen.com.

Segelyacht am Kran: Ein Sachverständiger prüft ein Boot auf Herz auf Nieren. Dazu gehört auch die Feuchtmessung des Gelcoats am Unterwasserschiff und an Deck.

VBS: "ADAC Boot-Check ist kein Gutachten"

Ein Sachverständiger prüft das Unterwasserschiff einer Segelyacht - by Yachtfernsehen.com.

Ein Sachverständiger prüft das Unterwasserschiff einer Segelyacht.

Köln (SP) Der Verband der Sportboot- und Schiffbau-Sachverständigen e.V. (VBS) hat den ADAC Boot-Check heftig kritisiert. Wie berichtet, bietet der Automobilclub neuerdings Gutachten für Boote und Yachten an. Detlev Löll, 1. Vorsitzender des VBS, erklärte, dass "eine Zustandsbeschreibung und Funktionsprüfung", wie vom ADAC angeboten, in keinem Fall eine Alternative zu einem Sachverständigengutachten sei: "Ebenso wie Äpfel keine Alternative zu Birnen darstellen." In der tat dürten sich viele Yachteigner über die ADAC-Preise gewundert haben: Ein Gutachten mit Wertgutachen kostet etwa 900 Euro und umfasst eine genaue Überprüfung eines Bootes von außen (inklusive Kranen) und innen.

Der ADAC beschreibe seinen Boot-Check als „kostengünstigere Alternative zu umfangreicheren Gutachten beziehungsweise zu Gutachten von vereidigten Sachverständigen", so Löll weiter. Der Unterschied zwischen Zustandsbeschreibung/Funktionsprüfung und Gutachten liege aber nicht, wie der ADAC offensichtlich irrtümlicherweise annehme, im Umfang. Der Unterschied liege in der Fragestellung sowie in Tiefe und Detaillierungsgrad, in der die gestellte Frage beantwortet werde.

Löll: "Die eigentlich wichtigen Fragen, die sich beim Kauf von Booten stellen, können durch eine Zustandsbeschreibung/Funktionsprüfung nicht beantwortet werden. Der ADAC bezieht sich auf die Bereiche Rumpf, Rigg und Motor, die Bereiche, die für den Wert eines Bootes und damit für eine Kaufentscheidung von entscheidender Bedeutung sind. Während beim ADAC Boot-Check Zustand und Funktion nur augenscheinlich überprüft und attestiert werden, prüft der Gutachter beispielsweise auch den Feuchtigkeitsgrad des Laminats oder Kompression und Verschleißgrad des Motors, eben die Dinge, die bei einem Boot in erster Linie Wert bestimmend sind und bei denen sich versteckte Mängel, die sich einer Besichtigung entziehen, besonders auswirken".

Das ADAC Gütesiegel könne "nach einer 15-minütigen „Online-Schulung von Mitarbeitern von Marina- und Werftbetrieben ausgestellt werden". Gutachten von vereidigten Sachverständigen würden jedoch von Bootsbaumeistern oder Schiffbauingenieuren erstellt, die sich unabhängiger Prüfungen durch die IHK oder Handwerkskammer unterziehen müssten und regelmäßig geschult würden.

Löll stellt klar: "Wir möchten an dieser Stelle nicht missverstanden werden. Es geht uns nicht darum, den ADAC Boot-Check zu diskreditieren. Der Markt wird entscheiden, ob es sich um ein tragfähiges Konzept handelt. Es geht uns vielmehr darum, dass der Verbraucher über die angebotene Dienstleistung nach den Grundsätzen der Klarheit und Wahrheit informiert wird. Dies halten wir solange nicht für gegeben, wie der ADAC in irgendeiner Weise versucht, das ADAC-Angebot als Alternative zu einem Gutachten darzustellen."

Auch unter Kostengesichtspunkten stelle das ADAC Angebot keine Alternative zu einem Gutachten dar. Die Besichtigung einer Elf-Meter-Motoryacht auf der Grundlage der ADAC Checkliste dürfte kaum mehr als 1,5 Stunden Zeit in Anspruch nehmen. Da seien "559 Euro kein Schnäppchen". Der durchschnittliche Sachverständige würde sich über einen solchen Stundenlohn ganz sicher freuen, sp Löll. Selbst nach Abzug der Overheadkosten.

Zum Vergleich: Die Begutachtung einer ebensolchen Yacht dauere etwa einen Tag und koste dann ohne Anreise und Krankosten (die auch in dem Angebot des ADAC Angebot nicht enthalten sind) zwischen 600 und 800 Euro. Von „kostengünstiger Alternative„ kann hier nun wirklich nicht die Rede sein. Die in der Werbung so herausgestellten „ab 99.- Euro„ gelten nur für Schlauchboote unter vier Meter Länge, eine Gruppe von Fahrzeugen, die üblicherweise weder begutachtet noch besichtigt wird". Löll: "Die Werbung des ADAC ist aus unserer Sicht irreführend".

Der BS begrüße, dass der ADAC auf seinen Internetseiten nunmehr klarstelle, dass Boot-Check und Gutachten nicht miteinander verwechselt werden sollten. Genau dieser Verwechslung habe der ADAC aber durch seine Aussagen Vorschub geleistet.

Infos: Verband der Sportboot- und Schiffbau-Sachverständigen e.V. (VBS).






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(c) by yachtfernsehen.com / Q-Visions Media Andrea Quass